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Die Geschichte des Shiatsu Quelle: Jarmey/Mojay, "Das große Shiatsu-Handbuch", O.W. Barth-Verlag Obgleich der Begriff Shiatsu erst Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt wurde, ist Shiatsu tief in der traditionellen östl. Medizin verwurzelt. Genauer gesagt läßt sich die Vorgeschichte des Shiatsu zurückverfolgen bis ins China der Zeit um 530 v. Chr., als Bodhidharma dort ein System von Übungen zur Erhaltung der Gesundheit und zur Erlangung der Sinneskontrolle einführte: das Tao-yin. Dieses Übungssystem umfaßte Selbstbehandlung durch Massage und Druckpunkt-Therapie zur Entgiftung und Verjüngung. Tao-yin wurde schon bald zu einem integralen Bestandteil der Gesundheitsübungen und verbreitete sich im Laufe der Zeit zusammen mit anderen chinesischen Heilkünsten in ganz Südostasien und Korea. Im 10.Jahrhundert n. Chr. wurde die chinesische Medizin in Japan bekannt, und seit jener Zeit haben sich Anma-Vibrations massage mit den Handtellern sowie Drücken und Massieren bestimmter Punkte und Tao-yin (japanisch dö-in) zu einem System verbunden, das entfernt an unser heutiges Shiatsu erinnert. Vor ungefähr 300 Jahren, während der Edo-Ära in Japan, mußten Ärzte Anma studieren, um sich mit der Struktur des menschlichen Körpers, mit den Energiebahnen und den Druckpunkten vertraut zu machen. Auf diese Weise erlernten sie die Grundprinzipien der östlichen Medizin, entwickelten ihre praktischen Fähigkeiten und waren so schließlich in der Lage, die ihnen im speziellen Fall adäquat erscheinende Behandlungsmethode zu wählen - nämlich Akupunktur, Kräutermedizin oder Körperarbeit. Später wurde Anma lediglich zur Lockerung von Muskelverspannungen benutzt, bis diese Massagetechnik schließlich im anbrechenden 20. Jahrhundert nur noch angewandt werden durfte, um angenehme und lustvolle Gefühle hervorzurufen. Es gab jedoch auch zu jener Zeit immer noch viele Anma-Therapeuten, deren Arbeit auf der klassischen Theorie der östlichen Medizin basierte. Und diese erfanden den Namen Shiatsu, um die restriktiven gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen, denen Anma unterworfen war. Mitte der fünfziger Jahre wurde Shiatsu von der japanischen Regierung als legitime Therapiemethode anerkannt. Heute lautet die offizielle Definition des japanischen Gesundheits- und Wohlfahrtsministeriums: "Shiatsu ist eine Form der manuellen Behandlung, bei der Daumen, Finger und Handteller, jedoch keine mechanischen oder anderweitigen Instrumente benutzt werden, um Druck auf die menschliche Haut auszuüben. Ziel dieser Behandlung ist es, innere Fehlfunktionen zu korrigieren, um die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und um bestimmte Krankhei ten zu behandeln.
Shisuto Masunaga war derjenige, der die traditionellen philosophischen und medizinischen Prinzipien der östlichen Medizin wieder in die Shiatsu-Lehre integrierte. Er lehrte zehn Jahre lang am Japanischen Shiatsu-Institut, bevor er in Tokio seine eigene Schule gründete, das Iokai Shiatsu Centre. Shitsuto Masunaga, der ebenfalls über eine hochentwickelte taktile Sensibilität verfügte, machte es sich zur Aufgabe, das uralte System der östlichen Medizin mit der westlichen Physiologie in Einklang zu bringen. Sein wichtigster Beitrag zur Entwicklung des Shiatsu bestand darin, das System der klassischen Hauptmeridiane auf die gesamte Körperoberfläche auszudehnen. Außerdem lehrte er, wie man das psychophysiologische Gleichgewicht eines Menschen durch die Arbeit an diesen Energiebahnen beeinflussen kann. Heute gibt es in Japan zwei deutlich unterscheidbare Shiatsu Methoden: die von Tokujiro Namikoshi entwickelte Methode und Iokai-Shiatsu, dessen Begründer der mittlerweile verstor bene Shitsuto Masunaga ist. Für Namikoshis Shiatsu-Stil ist charakteristisch, daß Druck auf bestimmte Reflexpunkte ausgeübt wird, die mit dem zentralen und autonomen Nervensy stem verbunden sind, während Masunagas Stil auf der Arbeit an den Meridianen beruht, die aus der Sicht der östlichen Medizin die Manifestationen der Körper/Geist-Funktion sind. Masunaga führte auch die Dimension der «stützenden (Yin-) und verbin denden oder aktiven (Yang-)Rolle» der beiden Hände ein, weil er erkannt hatte, daß eine Shiatsu-Behandlung wesentlich weni ger schmerzhaft, wesentlich nährender und energetisch wirksa mer ist, wenn man beide Hände in einem gewissen Abstand auf den Körper des Patienten legt und mit ihnen den Kontakt zum Patienten ununterbrochen aufrechterhält. Auf diese Weise dient die eine Hand als «zuhörende» Hand (die «stützende» oder Yin-Hand), während die andere (die aktive oder Yang-Hand) die Behandlung durchführt. Zwischen diesen beiden ursprünglichen Hauptrichtungen der Shiatsu-Praxis liegen die Ansätze mehrerer japanischer Akupunkturschulen, in denen Shiatsu als Voraussetzung für das Studium der Akupunktur gelehrt wird. Letztlich hängt die Wirksamkeit einer Shiatsu-Behandlung jedoch in erster Linie von der Einstellung und von der technischen Fertigkeit des Therapeuten ab sowie auch von seiner Fähigkeit, sich auf den Patienten einzustimmen - also weniger von einem bestimmten Behandlungsstil. |
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HISTORY |


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(Photo by Kjartan Clausen) |

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Description This specialized form of shiatsu has a medical emphasis. All body areas are treated to stimulate the circulation of blood and lymph (relieve stagnation), relax the body/mind, invigorate Chi, and much more. |
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